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Lügen über Fett

Tags: Ernährung,Einsteiger

Mittlerweile machen andere Nachrichten die Runde: Fette, auch die gesättigten Fettsäuren, sind per se nicht schlecht. Fett ist sogar essenziell für unsere Gesundheit. Wir hatten die Fette aus unseren Nahrungsmitteln verbannt und durch verarbeitete Kohlenhydrate ersetzt, die jedoch eigentlich viel mehr gesundheitliche Probleme verursachen. 3 Aber das soll noch nicht alles gewesen sein, lasst uns weitere verrückte Fett-Mythen aufklären. 

 

1. Reduzierung des Körperfetts durch Low-Fett-Ernährungsweisen

Das schrägste an dem Low-Fett-Trend ist, dass die Idee nie wirklich getestet wurde. Das US-amerikanische Volk wurde quasi zur “Test-Gruppe”, als eine Low-Fett-Ernährung in den 1977ern empfohlen wurde.3  Seitdem wurde hart debattiert, aber die Ergebnisse sprechen für sich: die Low-Fett-Diät bringt keinen Nutzen.4-5 Weder beeinflusst sie einen langfristigen Körperfett-Verlust, noch werden die Risiken von Herzkrankheiten reduziert.6-7

 

2. Vielverarbeitete Kern-Öle sind eine gesunde Nahrungsquelle

Vielverarbeitete Kern- und Pflanzenölen haben wir erst vor etwa 100 Jahren angefangen zu essen. Weil sie einen geringen Anteil an gesättigten Fettsäuren haben, konnten sie sich einen falschen Ruf als gesunde Nahrungsmittelquelle erarbeiten. Studien zeigen jedoch, dass sie möglicherweise Entzündungen verursachen und für den Anstieg des Risikos von Herzkrankheiten verantwortlich sind. 8 Das könnte daran liegen, dass sie unnatürlicher Weise die Menge der Omega-6 in unserer Ernährung erhöhen. 9 Ach ja: Zudem beinhalten einige von diesen Ölen toxische Transfettsäuren. 10

 

3. Zu viele Eier sind ungesund

Warum glauben wir, dass Eier schlecht für uns sind? Eier beinhalten Fett und etwas Cholesterin - soweit zu den Fakten. Aber auch hier zeigen Studien, dass dies nichts mit vermehrtem Auftritt von Herzkrankheiten zu tun hat. Mehr noch: Sie erhöhen den Anteil des guten Cholesterins (HDL) in deinem Blut.11-12  Eier sind vielleicht das gesündeste Essen auf dem ganzen Planeten: Sie enthalten viele wichtige Vitamine, Mineralien und dutzende Nährstoffe, die unsere Körperfunktionen aufrechterhalten.13 Nochmal als Erinnerung: das Gelbe vom Ei ist tatsächlich das Gelbe vom Ei. Hier sind alle guten Nährstoffe drin! Vergiss das nicht, wenn du das nächste Mal ein Eiklar-Omlette bestellst.

 

4. Butter ist schlecht

Als die gesättigten Fettsäuren in Verruf geraten sind, wurde auch unsere gute Butter zum Bösewicht erklärt.  Margarinen basieren auf pflanzlichen Ölen. Nochmal: allein schon durch die Verarbeitung können Transfette entstehen. Viele Studien belegen, dass Margarine entgegen dem allgemeinen Glauben definitiv nicht gesünder ist als Butter. 14 Es ist so, dass Milchprodukte nicht mit Herzkrankheiten in Verbindung gebracht werden können und sogar eher die Risikofaktoren zum Positiven verbessern.15-16 Und wenn die Milchprodukte von mit Gras gefütterten Tieren kommen, bringen sie noch mehr gesundheitliche Vorteile.17

In unserem nächsten Artikel erfährst du noch mehr über Butter und ihre weiteren Vorteile.

 

Autor: Dr. Jackie Mills

Dr. Jackie Mills (B Phys Ed, MBCh B, Dip Obstetrics) ist eine Spezialistin in Ernährungsmedizin, Geburtshelferin und Allgemeinmedizinerin. Jackie hat ihr Postgraduierten-Studium in Ernährung an dem „Australian College of Nutritional and Environmental Medicine (ACNEM)“ abgeschlossen und war 25 Jahre lang in der Ernährungsmedizin tätig. Als Les Mills Chief Creative Officer ist Jackie für die Entwicklung aller LES MILLS Programme zuständig.

 

 

 

1. Hite, A. H., Feinman, R. D., Guzman, G. E., Satin, M., Schoenfeld, P. A., & Wood, R. J. (2010). In the face of contradictory evidence: Report of the< i> Dietary Guidelines for Americans</i> Committee. Nutrition, 26(10), 915-924.

2. Multiple Risk Factor Intervention Trial Research Group. (1982). Multiple risk factor intervention trial. JAMA: The Journal of the American Medical Association, 248(12), 1465-1477.

3. Wing, R. R., Bolin, P., Brancati, F. L., Bray, G. A., Clark, J. M., Coday, M., ... & Look AHEAD Research Group. (2013). Cardiovascular effects of intensive lifestyle intervention in type 2 diabetes. The New England journal of medicine,369(2), 145.

4. Howard, B. V., Manson, J. E., Stefanick, M. L., Beresford, S. A., Frank, G., Jones, B., ... & Prentice, R. (2006). Low-fat dietary pattern and weight change over 7 years: the Women's Health Initiative Dietary Modification Trial. Jama,295(1), 39-49.

5. Wing, R. R., Bolin, P., Brancati, F. L., Bray, G. A., Clark, J. M., Coday, M., ... & Look AHEAD Research Group. (2013). Cardiovascular effects of intensive lifestyle intervention in type 2 diabetes. The New England journal of medicine,369(2), 145.

6. Dreon, D. M., Fernstrom, H. A., Williams, P. T., & Krauss, R. M. (1999). A very-low-fat diet is not associated with improved lipoprotein profiles in men with a predominance of large, low-density lipoproteins. The American journal of clinical nutrition, 69(3), 411-418.

7. Brinton, E. A., Eisenberg, S., & Breslow, J. L. (1990). A low-fat diet decreases high density lipoprotein (HDL) cholesterol levels by decreasing HDL apolipoprotein transport rates. Journal of Clinical Investigation, 85(1), 144.

8. Woodhill, J. M., Palmer, A. J., Leelarthaepin, B., McGilchrist, C., & Blacket, R. B. (1978). Low fat, low cholesterol diet in secondary prevention of coronary heart disease. In Drugs, Lipid Metabolism, and Atherosclerosis (pp. 317-330). Springer US.

9. Hibbeln, J. R., Nieminen, L. R., Blasbalg, T. L., Riggs, J. A., & Lands, W. E. (2006). Healthy intakes of n− 3 and n− 6 fatty acids: estimations considering worldwide diversity. The American journal of clinical nutrition, 83(6), S1483-1493S.

10. O'KEEFE, S. E. A. N., GASKINS?WRIGHT, S. A. R. A., WILEY, V., & CHEN, I. (1994). LEVELS OF TRANS GEOMETRICAL ISOMERS OF ESSENTIAL FATTY ACIDS IN SOME UNHYDROGENATED US VEGETABLE OILS1.Journal of Food Lipids, 1(3), 165-176.

11. Fernandez, M. L. (2006). Dietary cholesterol provided by eggs and plasma lipoproteins in healthy populations. Current Opinion in Clinical Nutrition & Metabolic Care, 9(1), 8-12.

12. Schnohr, P., Thomsen, O. Ø., Hansen, P. R., Boberg?Ans, G., Lawaetz, H., & Weeke, T. (1994). Egg consumption and high?density?lipoprotein cholesterol.Journal of internal medicine, 235(3), 249-251.

13. Handelman, G. J., Nightingale, Z. D., Lichtenstein, A. H., Schaefer, E. J., & Blumberg, J. B. (1999). Lutein and zeaxanthin concentrations in plasma after dietary supplementation with egg yolk. The American journal of clinical nutrition, 70(2), 247-251.

14. Gillman, M. W., Cupples, A. L., Gagnon, D., Millen, B. E., Ellison, C. R., & Castelli, W. P. (1997). Margarine intake and subsequent coronary heart disease in men. Epidemiology, 8(2), 144-149.

15. German, J. B., Gibson, R. A., Krauss, R. M., Nestel, P., Lamarche, B., Van Staveren, W. A., ... & Destaillats, F. (2009). A reappraisal of the impact of dairy foods and milk fat on cardiovascular disease risk. European journal of nutrition,48(4), 191-203.

16. Kratz, M., Baars, T., & Guyenet, S. (2013). The relationship between high-fat dairy consumption and obesity, cardiovascular, and metabolic disease.European journal of nutrition, 52(1), 1-24.

17. Hebeisen, D. F., Hoeflin, F., Reusch, H. P., Junker, E., & Lauterburg, B. H. (1992). Increased concentrations of omega-3 fatty acids in milk and platelet rich plasma of grass-fed cows. International journal for vitamin and nutrition research. Internationale Zeitschrift fur Vitamin-und Ernahrungsforschung. Journal international de vitaminologie et de nutrition, 63(3), 229-233.